2. Berner KMU-Barometer

Die wirtschaftlichte Corona-Lage hat sich leicht entspannt. Am meisten Sorgen bereitet nun die Gesundheit der Mitarbeiter*innen, zudem haben die Digitalisierung und das Homeoffice an Bedeutung gewonnen.

Der 2. Berner KMU-Barometer zeigt, gestützt auf eine repräsentative Umfrage des Instituts gfs-zürich, wie die Betriebe ihre aktuelle Situation und die Aussichten für die nächsten drei Monate beurteilen – verglichen mit dem 1. KMU-Barometer vor 12 Monaten. Weiter zeigt er die Entwicklungen in der Berner KMU-Landschaft auf.

Die Umfrage wurde vom 27. August bis 20. September 2021 von 503 Unternehmer*innen beantwortet. Unter der Projektleitung der Choffat&Co GmbH und unterstützt durch die BEKB, wurde den Mitgliedern des Gewerbeverbands Berner KMU der Fragebogen der gfs-zürich zur Beantwortung zugestellt. Die Ergebnisse des 2. Berner KMU-Barometers zeigen eindrücklich, wie krisenresistent die Berner KMU sind und warum sie das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft sind und bleiben. Von den Berner KMU haben mehr als die Hälfte keine Hilfsangebote der öffentlichen Hand (56%) genutzt. Rund ein Drittel hat Kurzarbeitsentschädigungen (30%) in Anspruch genommen, rund ein Viertel hat einen Coronakredit (24%) beansprucht und jedes zehnte Unternehmen (9%) hat eine Härtefallentschädigung erhalten.

Verbesserte Stimmung und Zukunftsfähigkeit

Die meisten Berner Unternehmer*innen beurteilen ihre Stimmung als (sehr) gut. Diese hat sich in der Selbsteinschätzung für eine relative Mehrheit der Berner KMU in den letzten sechs Monaten (sehr) stark verbessert (43%; 2020 30%). Nur bei jedem Sechsten (15%; 2020 25%) hat sich die Stimmung in den letzten sechs Monaten verschlechtert. Auch die Zukunftsfähigkeit ihres Unternehmens stufen sie aktuell als gut bis sehr gut (67%) und die Aussichten für 2022 nochmal besser (80%; 2020 72%) ein. Rund ein Drittel der Berner KMU Unternehmer*innen würden sich 2021 (eher) als Gewinner*in der Coronakrise (31%; 2020 23%) sehen. Demgegenüber sieht sich rund ein Fünftel (eher) als Verlierer*in (20%; 2020 28%). Ein Grossteil würde sich aber immer noch weder als Gewinner*in noch als Verlierer*in bezeichnen (47%; 2020 49%). Knapp die Hälfte der Unternehmer*innen, deren Unternehmen in einem schrumpfenden Markt tätig sind, würden sich (eher) als Verlierer*in der Coronakrise bezeichnen (49%; 2020 55%). Auch bei den Verlierer*innen der Coronakrise und bei Unternehmen, die in einem schrumpfenden Markt tätig sind, wird die Situation besser beurteilt als vor einem Jahr (56%, 2020 36%).

Dominierende Themen – das beschäftigt die Berner KMU

Die dominierenden Themen von 2020 – Auftragslage (47%; 2020 59%) und Konjunkturlage (36%; 2020 54%) – haben an Bedeutung verloren. Der 2. Berner KMU-Barometer zeigt, dass sich die Berner Unternehmer*innen aktuell am meisten mit der Gesundheit der Mitarbeiter*innen (58%) und dem Mitarbeiterbestand/ Personalrekrutierung (53%) beschäftigen. Bei zwei Drittel der Berner KMU (65%; 2020 66%) hat sich die Fluktuationsrate in den letzten sechs Monaten nicht verändert. Die Zuversicht, eine geeignete Nachfolgeregelung zu finden, ist stark gestiegen (48%; 2020 37%); gleichzeitig sind aber nach wie vor rund ein Viertel der befragten Unternehmen (26%; 2020 28%) hinsichtlich einer Lösung nicht zuversichtlich.

Homeoffice und Digitalisierung

Bei rund der Hälfte (48%) der Berner KMU hat die Pandemie zu einer Veränderung der Firmenkultur geführt und hat in der Arbeitsweise bleibende Spuren hinterlassen. Homeoffice wurde zwar bereits vor der Pandemie von rund jedem siebten Unternehmen angeboten, der Anteil an Homeoffice hat sich bei den Berner KMU dann aber fast verdreifacht (vorher 16%; während der Pandemie 44%). Rund ein Viertel (28%) der Berner KMU Unternehmer*innen werden auch nach der Pandemie Homeoffice weiterhin anbieten, was fast einer Verdoppelung zu vor der Pandemie entspricht. Für gut zwei Fünftel der Unternehmer*innen (41%; 2020 44%) hat die Wichtigkeit der Digitalisierung in den letzten sechs Monaten zugenommen. Ebenfalls für je knapp zwei Fünftel der Berner Unternehmen hat die Wichtigkeit der Neukund*innen (41%; 2020 39%) bzw. der bestehenden Kund*innen (34%; 2020 36%) ebenfalls an Bedeutung gewonnen.

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