Bevölkerungsbefragung «Beziehungen im Alter»
800’000 ältere Menschen in der Schweiz hätten gerne mehr Gesellschaft
Die neue Bevölkerungsbefragung «Beziehungen im Alter» von Pro Senectute Schweiz zeigt: Die meisten Menschen über 60 sind sozial gut eingebunden, und Verbundenheit ist im Alter der Normalfall. Einsamkeit bleibt dennoch eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe. Rund 140’000 ältere Menschen vermissen häufig Gesellschaft. Am stärksten betroffen sind Verwitwete, Geschiedene und Menschen mit tiefem Einkommen
Laut der neuen repräsentativen Befragung von Pro Senectute leben 71 Prozent der Menschen ab 60 in einer Partnerschaft. Die meisten dieser Beziehungen bestehen seit Jahrzehnten: 83 Prozent seit mehr als 20 Jahren, fast jede zweite sogar seit über 40 Jahren. Wer allein lebt, sucht oft keine neue Beziehung. Rund die Hälfte der Alleinstehenden schliesst eine neue Partnerschaft grundsätzlich aus. Allein zu leben ist im Alter also häufig eine bewusste Entscheidung und bedeutet nicht automatisch Einsamkeit.
Jede dritte Person vermisst Gesellschaft
Obwohl die meisten gut eingebunden sind, geben 36 Prozent der Menschen ab 60 an, zumindest manchmal Gesellschaft zu vermissen. Hochgerechnet sind das mehr als 800’000 Personen in der Schweiz. Rund 140’000 von ihnen vermissen sogar häufig Gesellschaft. Einsamkeit zeigt sich aber nicht nur darin, dass Gesellschaft fehlt. Sie äussert sich auch als Gefühl, ausgeschlossen oder isoliert zu sein. Einsamkeit im Alter ist damit kein Randphänomen, sondern betrifft einen beachtlichen Teil der Bevölkerung.
Ohne Partner steigt das Risiko, einsam zu sein
Besonders betroffen sind Menschen, die ihre Partnerin oder ihren Partner verloren haben oder getrennt leben. 69 Prozent der Verheirateten vermissen fast nie Gesellschaft, bei den Verwitweten sind es 51 Prozent. Häufig Gesellschaft vermissen 11 Prozent der Verwitweten, aber nur 3 Prozent der Verheirateten. Auch Geschiedene und Getrennte fühlen sich deutlich häufiger ausgegrenzt. Ausserdem zeigt die Befragung einen klaren Zusammenhang zwischen tiefem Einkommen und Einsamkeit. Ob jemand einsam ist, hängt also weniger vom Alter ab als von der Lebenssituation.
Begegnungen können Isolation vorbeugen
Partnerschaften sind eine wichtige soziale Ressource, aber nicht die einzige. Auch Freundschaften, Familie, Nachbarschaft, Vereine und Freiwilligenarbeit tragen viel dazu bei, Kontakte und Zugehörigkeit zu stärken.
Hier finden Sie die Medienmitteilung sowie eine Kurzübersicht der Ergebnisse. Weitere Informationen finden Sie auf der Website von Pro Senectute Schweiz.
Methodensteckbrief Bevölkerungsbefragung „Beziehungen im Alter“
Titel der Studie:
Beziehungen im Alter
Auftraggeber:
Pro Senectute Schweiz
Durchführendes Institut:
gfs-zürich, Markt- & Sozialforschung AG
Erhebungsmethodik:
Mixed-Mode: Kombination von Telefon-Interviews und Onlinepanel-Interviews
Grundgesamtheit:
Bevölkerung aller drei Sprachregionen der Schweiz ab 60 Jahren
Quotenmerkmale:
Alter, Geschlecht, Sprachregion (gekreuzt)
Stichprobe:
N = 1051
Gewichtung:
Alter, Geschlecht, Sprachregion, Bildung (gekreuzt)
Vertrauensintervall:
Das Vertrauensintervall der Stichprobe von 1051 Personen liegt bei Antworten mit einem 50%-Anteil bei +/- 3.1%
Befragungszeitraum:
28.05. – 10.06.2026