Sicherheit im Internet & beim Onlineshopping

Vom 7. August bis 4. September 2023 führte das Markt- und Sozialforschungsinstitut gfs-zürich 1239 bevölkerungsrepräsentative Interviews in allen drei Landesteilen durch. Es galt dabei, die Einstellung zu Cyberrisiken, die Betroffenheit von Angriffen sowie die Umsetzung von Sicherheitsmassnahmen zu ermitteln. Zusätzlich wurden Fragen zum Verhalten und Sicherheitsgefühl beim Onlineshopping gestellt.

Im Durchschnitt besitzen die Befragten 6.9 mit dem Internet verbundene Geräte. Bei der ältesten Befragungsgruppe (über 65 Jahre) ist der Anteil zwar kleiner, aber auch bei ihnen ist die Internetdurchdringung mittlerweile sehr hoch (91 % bzw. 86 % besitzen einen Computer bzw. ein Smartphone mit Internetverbindung).

Unter diesen Umständen und angesichts der steigenden Cyberkriminalität ist es wichtig, dass sich die Internetnutzerinnen und -nutzer bezüglich Schutzmassnahmen gut auskennen. Zwei Drittel (68 %) der Befragten beurteilen ihre eigenen Kenntnisse diesbezüglich denn auch als eher oder sehr gut. Diese Befragten fallen bei ihren weiteren Antworten auch dadurch auf, dass sie sich sicherer verhalten: Sie nutzen seltener die gleichen Passwörter für mehrere Dienstleistungen, verfügen häufiger über einen Passwortmanager und führen Software-Updates früher durch. Sie beurteilen Schutzmassnahmen als wichtiger, effizienter und einfacher umsetzbar. Wenn sie das Risiko für einen Angriff aus dem Internet (eher) tief einschätzen, tun sie das häufig mit der Begründung, dass sie sich vorsichtig verhalten und/oder technische Schutzmassnahmen ergriffen haben (44 % bzw. 40 %); seltener aber mit der (gefährlichen) Begründung, dass sie zu uninteressant oder unwichtig für Cyberkriminelle seien (8 %).

Ursprung für eine eher oder sehr gute Cybersicherheitskompetenz könnte unter anderem eine Schulung zu diesem Thema sein. Rund ein Drittel aller Befragten (34 %) hat schon einmal eine solche Schulung besucht. Bei den Befragten, die ihre Sicherheitskompetenz eher oder sehr hoch einschätzen, liegt der Anteil mit fast zwei Fünfteln (41 %) deutlich höher, dennoch überwiegen auch in dieser Subgruppe die Befragten, die keine Schulung besuchten (58 %). Wer eine Schulung besuchte, verhält sich in ähnlichem Masse sicherer, wie es im obigen Abschnitt bezüglich der Befragten mit (eher) hoher Sicherheitskompetenz beschrieben ist. Das spricht für die Effizienz solcher Schulungen und es wäre für die Cyberresilienz der Schweizer Bevölkerung wohl wünschenswert, wenn häufiger Schulungen besucht würden. Der Antrieb zum Besuch einer Schulung stammt gemäss den entsprechenden Befragten von den Arbeitgebenden: Sieben von zehn Befragten, die eine Schulung besuchten, gaben als Grund dafür ihren Arbeitgeber bzw. ihre Arbeitgeberin an. Somit haben Arbeitgebende in der Schweiz einen grossen Einfluss darauf, wie sicher sich ihre Mitarbeitenden als Privatpersonen (somit die Bevölkerung) verhalten.

Für diejenigen Personen, die sich (eher) unsicher fühlen (14 %) und/oder sich (eher) wenig Bescheid wissen (31 %), bestehen zwei Risiken: Sie können durch die fortschreitende Digitalisierung abgehängt werden – denken wir dabei an Behördengänge, Reisebuchungen, Zahlungsmethoden etc. – und Cyberangriffe können bei ihnen eher erfolgreich verlaufen. Immerhin rund jede/-r dritte Befragte (31 %) nutzt zum Beispiel fast immer oder immer das gleiche Passwort für verschiedene Services im Internet; wer seine Kompetenz eher oder sehr tief einschätzt (42 %) oder sich eher oder sehr unsicher fühlt (37 %) geht dieses Risiko bedeutend häufiger ein.

Hier: Download der detaillierten Studienergebnisse

Hier: Infografik

Methodensteckbrief

Titel der Studie:

Sicherheit im Internet und beim Onlineshopping

Auftraggeber:

digitalswitzerland

Allianz Digitale Sicherheit Schweiz ADSS

Die Mobiliar

Swiss Internet Security Alliance SISA

Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW

Fachhochschule Nordwestschweiz FHNW

Durchführendes Institut:

gfs-zürich, Markt- & Sozialforschung

Erhebungsmethodik:

Kombination telefonischer Interviews (n=400) und Onlinepanel (n=800)

Stichprobenziehung:

Random-Quota

Quotenmerkmale:

Sprachregion / Alter / Geschlecht gekreuzt

Adressherkunft:

Telefon: Full RDD

Online: Panel

Grundgesamtheit:

Bevölkerung aller drei Sprachregionen, ab 18 Jahren

Stichprobe:

n = 1239

Vertrauensintervall:

+/- 2.8%

Gewichtung:

Keine

Befragungszeitraum:

7. August bis 4. September 2023

Aktuell:

Ihre Fragen auf dem CATI Omnibus April/Mai 2024