Univox Umwelt 2021

Zürich, 12. Mai 2022. Zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung schätzen 2021 ihr Umweltbewusstsein, ihr Umweltverständnis und auch ihr Umweltverhalten als überdurchschnittlich ein – auch wenn die Einschätzung zum Umweltverhalten auf tieferem Niveau liegt. Tendenziell schätzen sich vor allem Frauen, ältere Personen und Personen mit einem hohen Bildungsniveau häufig als überdurchschnittlich ein. Dies und weitere spannende Resultate dokumentiert die neuste repräsentative Univox Umwelt-Studie von gfs-zürich in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz.

Ein Vergleich der Selbsteinschätzung des Umweltbewusstseins, des Umweltverständnis und des Umweltverhaltens über die letzten Jahre zeigt, wie – ausgelöst durch die Klimabewegung – 2020 gegenüber 2019 das Umweltbewusstsein (2019: 58%; 2020: 65%) und das Umweltverhalten (2019: 50%; 2020: 64%) einen deutlichen Anstieg erleben. Das Umweltverständnis hingegen verbleibt 2020 noch auf dem Niveau des Vorjahres (2020 und 2019 je 53%). Ein ganz anderes Bild zeigt sich im 2021. Die Schweizer Bevölkerung weiss nun mehr um die Zusammenhänge rund um die Umweltthemen. Das selbstberichtete Umweltverständnis hat nun nachgezogen und erreicht so hohe Werte (69%) wie noch nie. Praktisch unverändert gegenüber dem Vorjahr bleibt 2021 hingegen das Umweltbewusstsein (67%) und sogar rückläufig ist 2021 das Umweltverhalten (57%). Es scheint, dass mit dem gesteigerten Wissen der Schweizer Bevölkerung zu Umweltfragen auch realisiert wird, dass man noch mehr machen könnte bzw. müsste und dass das eigene Verhalten diesem Anspruch zu wenig gerecht wird. In der Tendenz schätzen sich 2021 vor allem Frauen, ältere Personen und Personen mit einem hohen Bildungsniveau häufig als überdurchschnittlich ein.

Wie schätzen Sie sich selber im Vergleich mit dem Durchschnitt der Bevölkerung ein?
Angaben in Prozent, 2021: n = 1015, 2020: n = 1018, 2019: n = 1006

Trotz Ablehnung des revidierten CO2-Gesetzes breite Unterstützung für Klimaschutzmassnahmen

Drei Viertel der Schweizer Bevölkerung (78%) sind der Ansicht, dass die Schweiz unabhängig von der Volksabstimmung zum revidierten CO2-Gesetz alles dafür tun soll, die selbstgesetzten Klimaziele des Pariser Klimaschutz-Abkommens einzuhalten. Ausserdem stimmen je knapp drei von fünf Personen zu, dass die meisten Klimaschutzmassnahmen der abgelehnten CO2-Gesetzes-Revision sinnvoll sind und neu beschlossen (58%) bzw. einzeln wieder zur Abstimmung gestellt (57%) werden sollten. Besonders gross ist hier die Unterstützung bei Frauen und Personen mit einem hohen Bildungsniveau.

Wie stark stimmen Sie folgenden Aussagen zu?
Angaben in Prozent, n = 1015

Schutz von Auen und Mooren ist der Schweizer Bevölkerung wichtig

Drei Fünftel der Schweizer Bevölkerung (62%) sprechen sich dafür aus, dass in national geschützten Auen und Mooren keine neuen Wasserkraftanlagen gebaut werden dürfen bzw. dass neue Wasserkraftanlagen nur ausserhalb von national geschützten Auen und Mooren gebaut werden dürfen. Des Weiteren befürworten über drei Viertel (77%) der Schweizer Bevölkerung verbindliche Regelungen, die verhindern, dass sich der Zustand der Schweizer Bäche und Flüsse verschlechtert. Ungefähr gleich viele Personen (74%) sind der Meinung, dass es Schutzgebiete braucht, um die letzten natürlichen oder naturnahen Bäche und Flüsse vor Verbauung und Wassernutzung zu schützen. Auch hier sind es vor allem Frauen, die dies unterstützen.

Wie stark stimmen Sie der folgenden Aussage zu?
Angaben in Prozent, n = 1015
Wie sehr sind Sie mit folgenden Aussagen einverstanden?
Angaben in Prozent, n = 1015

Kontakt und Studiendownload

Dr. Andreas Schaub, Instituts- und Projektleiter, andreas.schaub@gfs-zh.ch

Jonas Schmid, Communication advisor Biodiversität, WWF Schweiz, jonas.schmid@wwf.ch

Die Studie steht hier zum Download bereit.

Studiendesign

Das Forschungsinstitut gfs-zürich führte vom 2. November bis zum 22. November 2021 insgesamt 1015 Telefoninterviews durch. Die Befragung ist repräsentativ für die erwachsene Bevölkerung in der Deutsch- und Westschweiz. Der Vertrauensbereich der Gesamtstichprobe liegt bei einem Prozentwert von 50% bei +/- 3.1%.

UNIVOX ist eine umfassende Langzeitbeobachtung unserer Gesellschaft, die das Forschungsinstitut gfs-zürich in Zusammenarbeit mit rund 20 spezialisierten, zumeist universitären Instituten seit 1986 realisiert. Die Studie behandelt einerseits unsere Standardfragen, welche seit Jahren immer wieder gestellt werden und so einen Langzeitvergleich zur Einstellung der Schweizer Bevölkerung zum Thema Umweltschutz ermöglichen. Andererseits bilden verschiedene Schwerpunktthemen einen wesentlichen Teil der Studie. Im Jahr 2021 sind die Schwerpunktthemen Umweltverständnis, Umweltverhalten, Umweltbewusstsein, Klima und Energie sowie Gewässerschutz/Biodiversität.

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